Planung eines Gemüsegartens – die Grundlagen

Tja, eine Freundin fragte mich vor ein paar Tagen: “Sag mal, was muss ich eigentlich beachten, wenn ich Gemüse ziehen will?”

Hm, ups, meine Antwort fiel dann etwas umfangreicher aus ;)!

OK, zunächst die Lage des Gartens:
Sonne, Sonne und Sonne sind gute Voraussetzungen. Etwas windgeschützt ist auch gut.

Wasser in der Nähe der Gemüse macht viel Sinn!

Dann der Boden:
Um welche Art von Boden handelt es sich? Leichter Boden (Sandboden), mittelschwerer Boden, schwerer Boden (Lehm, Ton)?
Wie humusreich ist der Boden? Entsteht im Gartenbereich Staunässe? War der Gartenboden vorher Wald, Wiese, Ackerland, Brachland, ist er eventuell mit Schadstoffen belastet? Wie ist die Ausrichtung des Gartens in Bezug auf die Himmelsrichtung? Wie reich ist der Boden an Kleinstlebewesen – Wie lebendig ist also der Boden?
Man sollte zumindest am Anfang eine Bodenanalyse in einem Labor machen lassen, auch, um die fehlenden Nährstoffe oder eventuelle Schadstoffe zu bestimmen.

Der Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz beschreibt es so:
“Ein gesunder Boden soll sich wie folgt zusammensetzen:

  • 50 % feste Bestandteile (organisch – Humus; anorganisch – Mineralien)
  • 50 % Hohlräume (je zur Hälfte mit Wasser und Luft gefüllt)
  • intaktes Bodenleben (biologische Aktivität des Bodens)”

Bodenverbessungs-Maßnahmen einleiten: Kompost von der örtlichen Kompostieranlage besorgen, solange kein eigener Kompost vorhanden ist. Gesteinsmehle und Humus bei eher sandigem Boden, Humus und Sand bei schweren Böden einarbeiten. PH-Wert messen und in den Bereich 5,5 bis 7,5 bringen. Meistens fehlt etwas Kalk, d.h. der Boden ist oftmals zu sauer für Gartengemüse.

Optimale Werte der Bodenreaktion für einige Gemüsearten:

  • pH über 7: Chinakohl, Grünkohl, Kohlrabi, Kopfkohl
  • pH 7 bis 6: Blumenkohl, Buschbohnen, Brokkoli, Erbse, Gurke, Kürbis, Lauch, Melone, Möhre, Paprika, Rosenkohl, Rote Bete, Salat, Schwarzwurzel, Spargel, Spinat, Tomate
  • pH unter 6: Kartoffel, Knollensellerie, Mangold, Rhabarber, Zwiebel

Die meisten Gemüsearten besitzen einen großen Toleranzbereich, der eben zwischen 5,5 und 7,5 liegt (z.B. Gurke).

Gartenfläche in Quadratmetern:
Wieviel Zeit steht für die Gartenarbeit zur Verfügung? Wieviel Platz steht zur Verfügung? Ein grober Richtwert ist folgender: 50 m2 pro Person ermöglicht eine Selbstversorgung mit frischem Gartengemüse über das Jahr. Flächen für Kartoffeln, Spargel, Obstbäume, Beeren und Getreide sind hier nicht miteinbezogen. Baut man diese auf den 50 m2 mit an, gibt es jeweils entsprechend weniger Gemüse. Oder man rechnet aus, wieviel zusätzliche Fläche für die benötigten Obstbäume und Beerensträucher usw. nötig ist.

Man kann auch schon auf drei bis vier kleinen Beeten viele unterschiedlichen Gemüsesorten (z.B. in Mischkultur) ziehen und sehr viel Freude und viel frisches Gemüse dadurch haben.

Beete neu anlegen:
Bewährt haben sich rechteckige Beete mit einer Breite von ca. 1,20 m und beliebiger Länge – je nach Gartensituation. Die Beete sollten möglichst in Nord-Süd-Richtung verlaufen, damit alle Reihen des Beetes genügend Sonne erhalten. Jedes Beet wird mit einem Spaten umgegraben und die Boden-Hilfsstoffe werden eingearbeitet und das Unkraut sorgfältig entfernt. Oder man bearbeitet zunächst die gesamte Gartenfläche mit einer Motorfräse und nimmt die Einarbeitung der Bodenhilfsstoffe anschließend mit der Grabgabel vor.

Leidet der Boden unter stauender Nässe, muss zuerst eine Drainage erstellt werden. Je nach Verdichtungsgrad des Bodens können unterschiedliche Maßnahmen sinnvoll sein. Bei leichter Verdichtung reicht oftmals eine Bodenverbesserung durch tiefes Umgraben und Kompost- und Sandzufuhr. Im ersten und eventuell zweiten Jahr sollte man den Garten nur mit Gründüngung bestellen. Dazu Pflanzen wählen, die tiefreichende Wurzeln besitzen (z.B.: Sonnenblumen, Lupinen).

Ist der Boden sehr staunaß und sehr stark verdichtet muss man eine Drainage legen: Dazu gräbt man Gräben ca. 80 cm tief, es folgt eine 7cm dicke Schicht Kies, in die ein Drainagerohr gelegt wird, das wird wiederum mit Kies und einem Vlies bedeckt, damit die Erde es nicht verstopft. Darüber kommt der mit Humus gelockerte Gartenboden. Das Drainagerohr soll mit einem leichten Gefälle in eine Richtung gelegt werden, wo das Wasser ablaufen und versickern kann. Manchmal ist dazu noch eine Sickergrube erforderlich. Eine Sickergrube ist deutlich tiefer als die Drainagerohre und ebenfalls mit viel Kies, einer Lage Vlies und Erde gefüllt.

Wege und Pfade anlegen:
Zwischen den Beeten reichen jeweils unbefestigte schmale Pfade von 30-40 cm Breite. Diese kann man mit Rindenmulch abdecken. Der befestigte Hauptweg kann 50- 70 cm breit sein, so dass man sie mit einer Schubkarre befahren kann.

Kompost anlegen:
Selbst in einem kleinen Garten sollte man unbedingt seinen eigenen Kompostplatz anlegen (dazu später mehr).

Welche allerwichtigsten Werkzeuge braucht ein Gartenanfänger?
Alle Gartenwerkzeuge sollten die bestmögliche (bezahlbare) Qualität besitzen!

  • Spaten
  • Handschaufel
  • Grabgabel
  • Hacke
  • Schaufel
  • Gartenschere
  • Messer
  • Rechen
  • Gießkannen
  • Gartenschlauch
  • Schubkarre
  • Eimer

Ich persönlich finde die Stecksysteme ganz sinnvoll. Man benötigt 2-3 Stiele, und kann dann die entsprechenden Werkzeugspitzen (wie Hacke, Rechen, Besen; Säge) anstecken. Das spart Raum und Geld. Der Spaten und die Grabgabel sollten jedoch fest mit dem Stiel verbunden sein. Das sind beides Geräte, die großen Lasten ausgesetzt sind und ohnehin ständig im Einsatz sind.

Welches Zubehör ist sinnvoll?

  • Band
  • Draht, in verschiedenen Stärken
  • Druckluftspritze /für Jauchen und Dünger

bei Selbstaussaat von Pflanzen:

  • Behälter für Saatgut (für dunkle und kühle Lagerung)
  • Minigewächshäuser für die Fensterbank
  • Torftöpfe, Jiffies
  • Plastik- und Tonblumentöpfe
  • Pikierstab
  • Aussaaterde

Und was soll ich nun anpflanzen?

Das ist eine persönliche Sache, denn es kommt auf die eigenen Vorlieben an. Wenn man ein ausgesprochener Salat-Muffel ist, macht Salat wenig Sinn. Ich würde zu Beginn zu einfach zu kultivierenden Pflanzen raten:

  • Salat
  • Rote Beete
  • Bohnen, insbesondere Kletterbohnen
  • Mangold
  • Petersilie und Schnittlauch (gekaufte Pflanzen)

Wobei man nie genau sagen kann, was in dem Garten in einem Jahr gut wächst. Man muss sich einfach herantasten, ausprobieren und seine Erfahrungen am besten schriftlich in einem Gartentagebuch festhalten, um aus Fehlern und Erfolgen zu lernen.

Dabei wünsche ich Euch viel Spaß!
Maxgreena
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Eine Antwort auf Planung eines Gemüsegartens – die Grundlagen

  1. admin sagt:

    Hallo Brigitte, vielen Dank! Die Idee mit dem Gartentagebuch finde ich gut. Ich mache mir zur Zeit keine Notizen, sondern filme meine Gartenrundgänge. Dabei erzähle ich ja einiges. (Ein paar sind schon online: http://www.youtube.com/watch?v=UwFChJFIJFM) Aber wenn man dann später mal schnell nachschlagen möchte, möchte man sich ja nicht alle eigenen Gartenfilme anschauen! Bisher vergesse ich immer etwas zum Schreiben mit in den Gemüsegarten zu nehmen…
    LG
    Maxgreena

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